Standorte und Produktion

 

Standorte:

 

Ab 1955 bekann Marcel Roskopf sein Geschäft langsam aufzubauen. Sein erster Geschäftssitz war 1955 in Berlin - Schmargendorf.

 

Seine zweite Geschäftsadresse (ab ca. 1956 oder 57) war dann in Berlin - Zehlendorf.

 

Da die Modelle von Sammlern begeistert aufgenommen wurden und der Erfolg riesig war, wurden neue Investitionen notwendig. Das Unternehmen brauchte eigene Räume.

 

1958 bezog er die neuen Geschäftsräume in Traunreut (Bayern).

 

1964 wechselte er von Traunreut ins nahgelegende Traunstein, wo er seine Geschäftsräume in seinem eigenen Haus unterbringen konnte. In Traunstein bleib er dann bis zum Verkauf der Firma.

 

Verkauft wurde Roskopf definitiv 1994 an die Sieper Werke (Wiking). Aber bereits 1993 wurden die Geschäfte an Wiking übergeben. Der Fachhandel konnte bereits im Mai 1993 nur noch bei Wiking bestellen.

 

 

Produktion:

 

Marcel Roskopf ist sein eigener Entwicklungschef und Produktmanager zugleich. Als erstes Modell lies er den M 48 fertigen. Diesem Panzer folgten der Centurion, der M 47 und der russische T 34. Die Modelle wurden im Massstab von 1:100, damals auch bei Wiking gebräuchlich, hergestellt.

 

Roskopf plante seine Modelle sehr genau. Er fertigte Zeichnungen an, lies sich Pläne der Original- modelle kommen. Aber alle Versuche, Formenbau und Spritztechnik in eigener Regie zu übernehmen, waren wenig erfolgversprechend. Und so entschloss sich Roskopf für eine Arbeitsteilung mit der Beschäftigung von Fremdfirmen.  Der gesamte Formenbau und die Fertigung der Einzelteile geschieht in Firmen in Bayern und in Baden-Württemberg. Marcel Roskopf arbeitete mit sicher drei, evtl. vier Firmen zusammen.

 

Von jedem neuen Modell lässt Marcel Roskopf sich die Einzelteile dann zusenden. Er prüft jedes neue Teil, seinen Sitz, die richtige Grösse - jedes Detail eben. Und wenn er nur die kleinste Unregelmässigkeit feststellt, so werden die Formen angepasst und die Teile neu gemacht.

 

Der Zusammenbau der Modelle wird an Heimarbeiter vergeben. Im Hause selbst fanden nur die Verpackung, die Lagerung, der Versand und alle Vertriebsaktivitäten statt.

 

Mit folgenden Firmen arbeitete Roskopf zusammen:

Die alten Militärmodelle im Massstab 1:100 wurden von einer Firma in Rosenheim (Bayern) hergestellt. Auch die weiteren Modelle aus der Anfangszeit von Roskopf wurden wahrscheinlich hier produziert. Die Firma gab es aber dann schon zu Lebzeiten von Roskopf nicht mehr. Weitere Angaben zu dieser Firma habe ich leider nicht.

 

Evtl. wurden zwischenzeitlich auch Aufträge an die Firma Preuss / KVG Kunststoffverarbeitung Grafing in Wiesham bei München (Bayern) vergeben.

 

Dann war auch das Formenbauunternehmen in Kempten im Allgäu (Bayern) involviert. Hier wurden in erster Linie die Saurer-Modelle hergestellt - zumindest ein grosser Teil dieser Bauteile.

 

Die Kunststoffspritzerei Herbert Fischer im schwäbischen Berkheim war die Firma mit dem grössten Modell-Potenzial. Berkheim ist heute ein Stadtteil von Esslingen (und Esslingen befindet sich ca. 10 Kilometer südöstlich der Stadtmitte von Stuttgart in Baden-Württemberg). Die Firma gab es auch nach der Geschäftsaufgabe von Roskopf noch einige wenige Jahre. Herbert Fischer verstarb aber dann leider relativ bald, nachdem er die Firma ca. im Jahre 2000 aufgegeben hatte. Fischer baute beispielsweise die Formen für den MB LN2 oder den MAN aus der Nostalgieserie, aber auch den VW Karmann-Ghia mit Segelflugzeuganhänger, der aber bei Roskopf nie erschienen ist. Die meisten Feuerwehrmodelle entstanden hier und natürlich Saurer-Bauteile, die dann auch bei anderen Modellen verwendet wurden.

 

Die Formen aus Kempten kamen nach dem Niedergang dieses Unternehmens ebenfalls zu Fischer - ob alle, weiss ich nicht sicher, bleibt aber zu vermuten. Fischer hatte damals für einige Firmen gespritzt, u.a. auch für Merlau und nach dem Verkauf von Roskopf wurden auch Roskopfmodelle für Wiking bei Fischer gespritzt. Vermutlich entstanden auch die div. MB Festo-Modelle zwischen 1997 und 2000 bei Fischer. Auch einige weitere Werbemodelle und Kleinserien aus Roskopf-Formen entstanden in den 1990er-Jahren (nachdem es Roskopf bereits nicht mehr gab) in Berkheim. Frau Fischer hat nach dem Tode ihres Mannes den grössten Teil des Nachlass-Fundus dem Stuttgarter An- und Verkaufsladen "Such und Find" verkauft.