Wiking

Ich bin kein Wiking-Sammler. Aus diesem Grund möchte ich mich hier auch nicht anmassen, viel über Wiking zu schreiben. Es gibt sehr viele gute Wiking-Kenner, sehr viele gute Internetseiten über Wiking.

 

Und doch gehört Wiking auf eine Seite über Roskopf:

Ungefähr im Jahr 1990 wurde entschieden, die Firma aus gesundheitlichen Gründen zu verkaufen. Nun musste ein geeigneter Käufer gefunden werden (siehe auch hier). Roskopf wurde an die Sieper Werke (Siku) verkauft, obwohl diese nicht das beste Angebot gemacht hatten. Dass sich Roskopf für Sieper/Wiking entschieden hat, war der Umstand, dass er zu Friedrich Peltzer (Gründer von Wiking) einen freundschaftlichen Draht hatte und dachte, dass seine Modelle unter dem Label Wiking besser aufgehoben wären. Roskopf war wahrscheinlich auch davon ausgegangen, dass mit seinem Erbe respektvoll umgegangen würde, so wie mit jenem von Wiking-Gründer Peltzer (Sieper hat Wiking 1984 übernommen). Aber nach der Übernahme wurde die Herstellung der meisten Modellen umgehend eingestellt. Roskopf war entsprechend sehr enttäuscht von Sieper/Wiking. Wahrscheinlich wurde durch den Kauf von Roskopf lediglich ein lästiger Konkurrent vom Markt genommen. Sieper hatte ja nicht einmal versucht, durch die Spritzformen von Roskopf zumindest den Kaufpreis wieder einzunehmen. Daher die Vermutung, dass Sieper die Roskopf-Formen nur gekauft hatte, um diese umgehend verschwinden zu lassen. Nur die Nostalgie-Serie und einige ausgesuchte Modelle wurden 1994 unter dem Roskopf-Logo in den Wikingkatalog aufgenommen.

Dabei werden auch die Verpackungen dem Wikingstandart angepasst. Modelle der Nostalgie-Serie waren bis 1999 noch in den Wiking-Katalogen zu finden. Dann verschwanden auch die letzten originalen Roskopfmodelle definitiv aus dem Programm von Wiking. Es gab aber später wiederum Modelle von Wiking, die aus ehemaligen Roskopf-Formen hergestellt wurden (siehe unten).

 

 

UN-Blauhelmfahrzeuge:

In einem Schreiben von Wiking an die Händler im Januar 1994 wurden 5 neue Roskopf-Modelle angekündigt. Es handelte sich um die folgenden Modelle:

Nr. 1520 UN-Unimog 1300 L mit Kabine

Nr. 1550 UN-LKW 5to MAN mit Verdeck

Nr. 1570 UN-LKW 7to MAN mit Verdeck

Nr. 1590 UN-LKW 10to MAN mit Verdeck

Nr. 1690 UN Transportpanzer Fuchs

Diese Modelle wurden noch von Roskopf produziert (Produktionsjahr nicht bekannt) und gingen mit dem Verkauf in den Besitz von Wiking über. Es gab übrigens von diesen Modellen noch verschiedene Bedruckungsvarianten. Leider habe ich nur die "normale" Serienausführung und keine der Varianten in meiner Sammlung.

 

 

Saurer D 330:

Im Jahre 1998, also einige Jahre nach dem Verkauf von Roskopf, hat der Modellbahnhersteller Märklin eine Zugpackung "Schweizer Güterzug" auf den Markt gebracht, dies anlässlich des Jubiläums "25 Jahre Märklin-Vertriebs-AG Schweiz". Das Set (Artikelnummer 26730 + 28730) beinhaltet eine "Krokodil"-Lok und 7 Wagen und als Ladegut einen Saurer-LKW. Beim ersten Hinschauen könnte man meinen, es handle sich hier um ein Roskopf-Modell. Und Saurer-Modelle wurden ja nur von Roskopf hergestellt, nie von Wiking.

 

Des Rätsels Lösung:

Wiking stellt das Modell für Märklin aus einer überarbeiteten Roskopf-Form her. Das Modell bekommt Wiking-Räder und auch die verwendeten Farben zeigen deutlich - es ist wirklich ein Wikingmodell. Allerdings hat das Modell an der Unterseite des Fahrgestells noch das RMM-Logo!

Büssing BS 16:

Von Roskopf wurde der Büssing BS 16 in 2 Varianten produziert, einem Sattelschlepper mit 2-achsiger Zugmaschine und ein klassischer Fernverkehrs-Lastzug mit 3-achsigem Anhänger. Diese beiden Modelle wurden von Wiking weiter produziert. 2003 reiht Wiking beide BS16-Varianten, also Sattelzug und Lastzug, unter der Hauptnummer 849 in sein Programm der klassischen Modelle ein. Die Führer-häuser des Lastzugs bekommen allerdings ein kleines Facelifting und tragen zunächst den Schriftzug MAN-Büssing, so wie das Original, nachdem 1971 Büssing mehrheitlich von MAN übernommen wurde. 2005 ändert Wiking die Frontpartie des Fahrerhauses wieder. Ab der Modellnummer 849 04 (Spediton Wandt) tragen die Fahrerhäuser des Lastzuges wieder den alleinigen Büssing-Schriftzug.

Vom ehemaligen Roskopfmodell des Büssing BS 16 hat Wiking div. neue Varianten hergestellt. Einige der Varianten sind unter der Rubrik Büssing zu finden.

Im Jahre 2007 wurde für den Post Museums Shop eine Auftragspackung "Kabelleger - Deutsche Bundespost" hergestellt (PMS Nr. 81-38). Dieser Kabelleger-Anhänger war ein ehemaliges Roskopf-Modell. Der MB LP 1620 hingegen ist ein Wikingmodell. Im Jahre 2009 kam dann die Auftragspackung "Kabelleger - Deutsche Fernkabel Gesellschaft" hinzu (PMS Nr. 82-28). Auch hier handelt es sich beim Anhänger um ein ehemaliges Roskopf-Modell.

Im Jahr 2015 wurde unter der Artikelnummer 0711 01 das Saurer Postauto (ehemals Roskopf Nr. 436), hergestellt aus einer überarbeiteten Roskopf-Form, wieder auf den Markt gebracht. Auf der Bodenplatte ist sowohl das Wiking-Logo wie auch das Roskopf-Logo eingeprägt.

 

Dies sind nur einige Beispiele von ehemaligen Roskopf-Modellen, die Wiking dann mit den Roskopf-formen produziert hat. Etliche weitere Modelle wurden so für den Post Museums Shop oder auch für das Mercedes-Benz-Museum produziert.

Wiking-Datenbank

Auf den Seiten der Wiking-Datenbank sind ebenfalls weitere Informationen über ehemalige Roskopf-Modelle zu finden.

Wiking-Sammler-Netzwerk

Unter der Rubrik "Unsere Aktivitäten" findet man die "Online-Sammlerzeitschrift" - sehr interessant!!